1937 fand von Mai bis November in Paris eine ganz besondere Weltausstellung statt: Exposition Internationale des Arts et Techniques dans la Vie Moderne. Die Botschaft dieser Expo war eindeutig: Kunst und moderne Technik, das Nützliche und das Schöne widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich.
In diesem Konzert möchte das Trio Lézard zwei außergewöhnlichen Musikern aus Paris eine Hommage widmen: Dem Chansonsänger Jean Sablon (1906 – 1994) und dem Fagottisten Fernand Oubradous (1903 – 1986).
Während des Konzertes alternieren Werke, die für Fernand Oubradous geschrieben wurden mit neuen instrumentalen Bearbeitungen der bekanntesten Chansons Jean Sablons.
Bei diesen eigenen Arrangements verwendet das Trio Lézard die ganze Palette seiner Instrumente: Neben Oboe, Klarinette und Fagott erklingen unter anderem das Englischhorn, die Bassklarinette und das Kontrafagott sowie die „Verwandten" aus Metall: das Saxophon und das Sarrusophon.
Im Mittelpunkt des Konzertabends steht ein originales Grammophon von 1912. In einem fiktiven Gespräch zwischen Fernand Oubradous und Jean Sablon erfährt das Publikum einiges über deren Karriere und darf (live!) auch einigen Schellackplatten mit den größten Erfolgen der beiden Musiker, rein mechanisch – ohne elektronische Verärkung- abgespielt, lauschen.
Jean Sablon & Fernand Oubradous wurden beide zu Beginn des 20. Jahrhunderts geboren und hatten ihren ersten großen künstlerischen Schaffensabschnitt in den
30er Jahren. Beide hatten die gleiche Leidenschaft für das neue elektronische Mikrophon und verdankten dem Radio, der Schallplatte und den Verkehrsmitteln Flugzeug und Automobil ihre Karriere. Beide erhielten 1937 einen „Grand Prix du disque“: Jean Sablon für „Vous qui passez sans me voir » und Fernand Oubradous für seine Aufnahme von W.A. Mozarts Fagottkonzert. Beide revolutionierten ihr musikalisches Fach und wurden prägend für mehrere Generationen.
Mit Jazz, Chanson, Swing und sehr unterschiedlichen Originalwerken für Trio d’ anches, zeichnet das Trio Lézard ein unterhaltsames und zugleich repräsentatives musikalisches Bild des Paris’ von 1937, der zweifelsohne bedeutendsten Kulturhauptstadt der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Es werden unter Anderem Werke von Reynaldo Hahn, Pierre-Octave Ferroud, Stan Golestan, George Gershwin und Cole Porter gespielt.